„Zukunftsmusik“ – Kirchenmusik bringt Menschen zum Klingen
Dritte Synodalversammlung des Pastoralen Raums Sinzig widmete sich der Bedeutung und Zukunft der Kirchenmusik
Waldorf. Es begann mit Musik – und zwar mitten im Raum. Ein musikalischer Flashmob eröffnete die dritte Synodalversammlung des Pastoralen Raums Sinzig in der Vinxtbachhalle in Waldorf. Unter dem Motto „Zukunftsmusik“ stand an diesem Tag die Kirchenmusik im Mittelpunkt. Dabei wurde schnell deutlich: Musik ist für das kirchliche Leben weit mehr als die Begleitung eines Gottesdienstes. Rund um verschiedene thematische Tische kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch. „Musik in Gottesdiensten“, „Musik für Jung und Alt“, „Zukunftsmusik“, „Musik als Weg zu Gott“, „Chormusik“ und die Frage „Organistenmangel – was nun?“ boten unterschiedliche Zugänge zum Thema. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage: Wie erleben Gottesdienstbesuchende und Menschen in unseren Gemeinden die Kirchenmusik? Die Tischgruppen dienten dem Austausch und der Resonanz. Unterschiedliche Erfahrungen, Wünsche und Ideen wurden zusammengetragen. Ein Ergebnis zeichnete sich dabei besonders deutlich ab: Kirchenmusik ist von herausragender Bedeutung für das kirchliche Leben und insbesondere für Gottesdienste. Sie ist ein wesentlicher Träger von Atmosphäre, spirituellem Ausdruck und Gemeinschaft. Dabei kommt es auf ganz konkrete Dinge an. Lieder sollten bekannt und gut mitsingbar sein, damit möglichst viele Menschen sich beteiligen können. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach einer größeren musikalischen Vielfalt deutlich. Diese betrifft sowohl die Instrumente als auch die Liedtexte und das Alter der verwendeten Musik. Unterschiedliche Menschen und Generationen sollen sich musikalisch wiederfinden können.
Auch die Arbeitsbedingungen der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker wurden thematisiert. Ausreichend Zeit für die Vorbereitung und die Gestaltung der Gottesdienste sei eine wichtige Voraussetzung für gute Kirchenmusik. Musik solle zudem nicht ausschließlich in klassischen Gottesdienstformen ihren Platz haben. Auch Wortgottesdienste und besondere Gottesdienstformen brauchen musikalische Gestaltungsmöglichkeiten. Ein weiterer zentraler Punkt: Menschen möchten Musik nicht nur hören, sondern selbst aktiv mitmachen. Gerade darin liegt nach Einschätzung der Teilnehmenden eine große Chance für Kirche. Kirche habe die Kompetenz und die Möglichkeiten, insbesondere junge Menschen für Musik zu begeistern. Denn Musik verbindet – und Musik stiftet Gemeinschaft. Vier neue Mitglieder in den Rat gewählt. Im Rahmen der Synodalversammlung standen auch Wahlen auf der Tagesordnung. Vier Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Orten von Kirche wurden in den Rat des Pastoralen Raums Sinzig gewählt: Martina Beutgen (KiTagGmbH), Heinrich Mayer (Wortgottesdienste Wehr), Maria Müller (Wort und Gesang Oberlützingen) und Miguel Esteban (Chor Cantemos Waldorf).
Damit finden unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus dem kirchlichen Leben vor Ort Eingang in die Arbeit des Rates. Von Orgelbau bis elektronischer Musik. Am Nachmittag wurde die „Zukunftsmusik“ schließlich ganz praktisch. Die Teilnehmenden konnten aus verschiedenen Workshops wählen, die mit großer Begeisterung angenommen wurden. Auf dem Programm standen Orgelbau, elektronische Musik im kirchlichen Kontext, „Gottesdienste gestalten ohne KirchenmusikerIn – Best Practice“, Musik und Seele, Stimmbildung und ein spontaner Chor. Die Workshops boten dabei ganz unterschiedliche Zugänge. Es ging darum, Musik als Möglichkeit zu erleben, Gemeinschaft zu stiften, praktische Anregungen und Werkzeuge für das gemeindliche Leben kennenzulernen und zugleich spirituelle Erfahrungen zu machen. Auch das Erweitern des eigenen musikalischen Horizonts spielte eine wichtige Rolle. Passend zum Motto wurde damit deutlich: Zukunftsmusik bedeutet nicht, Bewährtes aufzugeben. Sie bedeutet, offen zu sein für neue Formen und neue Möglichkeiten, Menschen mit Musik zu erreichen und ihnen eigene Beteiligung zu ermöglichen. Zum Abschluss führte Dekan Schmitz die Teilnehmenden mit einem spirituellen Impuls noch einmal zusammen.
Moderiert wurde die Synodalversammlung von Sabine Mombauer, Mitglied im Leitungsteam, und Sabrina Dittscheidt, ehrenamtliches Mitglied im Rat des Pastoralen Raums Sinzig. Als Gast nahm Thomas Sorger, Referent für Kirchenmusik aus dem Bischöflichen Generalvikariat Trier, an der Veranstaltung teil.
Und so passte der Titel des Tages am Ende gleich doppelt: „Zukunftsmusik“ war nicht nur das Thema der Synodalversammlung. In den Gesprächen, Workshops und Begegnungen war sie bereits zu hören – in vielen unterschiedlichen Stimmen, Instrumenten und Ideen.